TikTok USA: Verbot oder Übernahme von Microsoft?

hand holding smartphone with TikTok logo against sky

Ist die Zeit von TikTok in den USA bald abgelaufen? Ende Juli stellte US-Präsident Donald Trump der chinesischen Firma ByteDance, Eigentümer der App, ein Ultimatum: Sie muss die Plattform an ein amerikanisches Unternehmen verkaufen, um die Verbannung von TikTok in den Vereinigten Staaten zu verhindern. Der Computer- und Videospiel-Riese Microsoft steht auf der möglichen Käuferliste an erster Stelle und könnte TikTok nun vor dem Aus retten. Wir haben die wichtigsten Entwicklungen zu diesem Thema zusammengefasst. TikTok_ supprimé ou racheté par Microsoft_Hivency Le blog
Foto: Kon Karampelas auf Unsplash

TikTok gegen Trump: setzt sich die Drohung durch?

Am 31. Juli änderte sich alles für das soziale Netzwerk, das bereits 2 Milliarden Downloads verzeichnet. US-Präsident Donald Trump kündigte an, dass er ein Verbot der App in den Vereinigten Staaten erwägt. Der Grund: Die amerikanischen Behörden verdächtigen TikTok, die Daten seiner Benutzer an die chinesische Regierung zu übermitteln.

Für die 100 Millionen amerikanischen TikTok Nutzer war diese Ankündigung eine wahrhaft kalte Dusche. Die Zukunft von TikTok bleibt jedoch ungewiss. Laut dem Weißen Haus, sei ein Verbot der App nicht die einzige mögliche Lösung. 

Die Situation verschärfte sich jedoch und Präsident Trump machte seine Drohung wahr. TikTok muss seine Aktivitäten in den USA am 1.August einstellen, hieß es. Darauf breitete sich eine Schockwelle über die Plattform aus und Content Creator nahmen bereits Abschied. Zahlreiche Influencer riefen ihre Communities dazu auf, ihnen auf anderen sozialen Netzwerken zu folgen. 

Am 1. August kündigt Vanessa Pappas, Generaldirektorin von TikTok in den Vereinigten Staaten, an, dass die App aktiv bleibt und nicht bereit ist, das Feld zu räumen. - Eine Erleichterung für die amerikanische TikTok Fangemeinde. Aber woher kam die Wende? 

 

TikTok von Microsoft gerettet? 

Von Anfang an wurde die Option einer Übernahme von TikTok durch ein amerikanisches Unternehmen in Aussicht gestellt. Nun schlägt die populärste App der Generation Z diesen Weg wohl tatsächlich ein. 

Am 2. August wurde es offiziell: Microsoft plant den Kauf von TikTok. Die Gespräche zwischen dem von Bill Gates gegründeten Unternehmen und der chinesischen Firma ByteDance, den Eigentümerin von TikTok, laufen weiter.

Nun wurde bekannt, dass der amerikanische Riese sogar bereit wäre, die weltweiten Aktivitäten von TikTok zu übernehmen. Neben den USA, Kanada, Neuseeland und Australien wären auch Europa und Indien von dieser möglichen Übernahme betroffen. TikTok-Nutzer in diesen Regionen könnten in diesem Falle weiterhin dieselbe Plattform nutzen.

Die Verhandlungen zwischen den beiden multinationalen Konzernen sollen spätestens Mitte September abgeschlossen sein. Sollte TikTok bis zum 15. September  immer noch im Besitz von ByteDance sein, könnte dies das offizielle Aus der kommerziellen Tätigkeiten in den Vereinigten Staaten bedeuten. Es bleibt also spannend. 

Das soziale Netzwerk lässt sich jedoch nicht unterkriegen. In einer Pressemitteilung vom 7. August bekräftigt das Unternehmen seine Zustimmung, unter die Kontrolle eines amerikanischen Unternehmens zu kommen. Betont wurde insbesondere TikToks Engagement für den Schutz persönlicher Daten und gegen Zensur. Das Unternehmen kündigte an, seine Interessen um jeden Preis verteidigen zu wollen und sprach seine Verbundenheit zur TikTok Community aus. 

 

Welche Konsequenzen tragen TikToker und Marken? 

Welche Folgen hätte die Übernahme auf TikTok User? Laut Microsoft würden die Änderungen in erster Linie die Sicherheit der Plattform und den Schutz persönlicher Daten betreffen. Die App soll ihren Abonnenten jedoch weiterhin das Erlebnis bieten, für das sie die Plattform so lieben.

Somit wären keine Veränderungen in Bezug auf die kreativen Aspekte der Plattform zu erwarten. Einige Experten vermuten jedoch, dass Microsoft, Urheber der Xbox, TikTok eine stärkere Gaming-Orientierung geben könnte. 

TikTok hat seinerseits bereits angekündigt, falschen Informationen den Kampf anzusagen und sich mit den US-Behörden zusammenzutun, um sich vor möglichen ausländischen Einflüssen zu schützen. Ob diese Anpassungen, die im Einklang mit dem bisherigen Ansatz von TikTok stehen, größere Veränderungen für TikToker oder auf der Plattform werbenden Marken mit sich bringen würden, ist noch unklar. 

 

Wird TikTok nun verbannt? 

Nach den Ankündigungen zur Schließung der App, scheint sich die Lage wieder normalisiert zu haben. Hashtags wie #savetiktok sind zwar weiterhin im Umlauf, das Leben im TikTok Universum scheint jedoch wie gewohnt mit Challenges, Choreografien und Späßen weiterzugehen.

Am Freitag, den 14. August hat Donald Trum eine Durchführungsverordnung unterzeichnet, die die ByteDance Group verpflichtet, ihre Aktivitäten innerhalb von 90 Tagen an ein amerikanisches Unternehmen zu übertragen. Somit verfügt TikTok immer noch über Ressourcen, und es könnte durchaus sein, dass die jüngsten Entwicklungen dem Unternehmen zu einem Neuanfang verhelfen. Unter anderem wird erwartet, dass rund 10.000 Arbeitsplätze in den USA geschaffen werden. Eine weitere gute Nachricht ist die Eröffnung eines Datenzentrums in Irland, das es europäischen Nutzern ermöglichen wird, ihre Videos noch schneller hochzuladen.

 

TikTok vs Instagram: der Wettbewerb tobt 

Während TikTok seine Wunden heilt, versuchen mehrere konkurrierende Social Media Plattformen ihr Glück mit TikTok Usern. Unter ihnen Instagram, dessen neue Videofunktion "Reels" als ernstzunehmender Kandidat für die TikTok-Nachfolge gesehen wird. Mit 15-Sekunden-Kurzvideos und verschiedenen Effekten kommt das neue Format TikTok sehr nahe. Marken sowie Influencer auf Instagram dürften sich über die neue Funktion freuen. 

 

Nachdem TikTok dem Verbot nun vorübergehend entkommen ist, ist der mögliche Kauf von Microsoft aktuell also noch eine offene Frage. Bis diese Frage geklärt ist (womöglich vor Ende des Sommers), können auf TikTok platzierte Marken und Creator in den USA noch einmal aufatmen. Würde die Sicherheit der Plattform und die Authentizität der Informationen in Zukunft besser kontrolliert, wären die Sorgen der TikTok Content Creator wohl bald schon wieder vergessen. 

Egal wie die TikTok Frage ausgehen wird, können sich Marken sowie Influencer auf Plattformen wie Hivency verlassen, um bei ihren Communities auf den beliebtesten sozialen Netzwerken präsent zu bleiben,  unabhängig davon, wie sich die Social Media Landschaft in Zukunft verändern wird. 

Quellen dieses Artikels: TikTok - Newsroom,  Microsoft Blog, Le Monde, France Culture, Forbes, RTL, L’Express, Le Figaro, Reuters, Radio Canada, France Info, Capital, France 24, Josh Constine , Instagram Blog 

(Übersetzt aus dem Französischen von Flore Campestrini

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